Heiliger Geist

Heiliger Geist

Interessant, dass der Heilige Geist eine Person ist. Das sieht man daran, weil er Vernunft besitzt (er kennt/erforscht die Dinge Gottes; 1Kor 2,10-11). Er besitzt einen Sinn (Röm 8,27) und kann die Menschen lehren (1Kor 2,13). Er zeigt Gefühle, weil er durch sündhafte Handlungen von Gläubigen betrübt werden kann (Eph 4,30). Ein Einfluss kann nicht betrübt werden. Er hat einen Willen. Er setzt diesen Willen ein, um dem Leib Christi Gaben zu verleihen (1Kor 12,11). Er leitet die Christen auch in ihren Handlungen (Apg 16,6-11). Weil Verstand, Gefühl und Wille die Dinge sind, die eine Person ausmachen, und weil der Geist diese drei Eigenschaften besitzt, muss er eine Person sein.

Interessant, dass der Heilige Geist  wie eine Person handelt. Er leitet uns in die Wahrheit, indem er hört, redet und verkündigt (Joh 16,13). Er überführt uns von der Sünde (Joh 16,8), wirkt Wunder (Apg 8,39), tritt für uns ein (Röm 8,26). Diese Handlungen könnte ein Einfluss oder eine Personifizierung nicht vollführen, der Heilige Geist sehr wohl.

Interessant, dass dem Heiligen Geist Dinge zugeteilt werden, die nur von einer Person behauptet werden können. Wir sollen ihm gehorchen (Apg 10,19-21), wir können ihn belügen (Apg 5,3), ihm widerstreben (Apg 7,51), ihn betrüben (Eph 4,30), ihn lästern (Mt 12,31), ihn schmähen (Hebr 10,29); „können“ ist nicht im Sinne von dürfen gemeint. Es ist widersinnig zu denken, man könne einem Einfluss in dieser Weise begegnen und auf ihn reagieren.

Interessant, dass der Heilige Geist  als Person mit anderen Personen in Beziehung tritt. Er ist eine Person wie du und dennoch eigenständig und identifizierbar. Sein Umgang mit den APOSTELN beweist seine eigenständige, unabhängige Persönlichkeit (Apg 15,28). Seine Beziehung zu JESUS ist so gestaltet, dass der Geist Persönlichkeit haben muss, wenn der Herr sie hat. Und doch unterscheidet er sich von Christus (Joh 16,14). Er pflegt auf gleicher Stufe Beziehungen mit den anderen PERSONEN DER DREIEINHEIT (Mt 28,19; 2Kor 13,13). Der Geist wirkt durch seine EIGENE KRAFT und wird doch von ihr unterschieden, er kann also nicht die bloße Personifizierung einer Kraft sein (Lk 4,14; Apg 10,38; 1Kor 2,4).

Interessant, dass der Heilige Geist Gott ist. Der Geist ist nicht nur Person, sondern eine einzigartige Person, denn er ist Gott. 16mal wird er namentlich mit den beiden anderen Personen der Dreieinheit verbunden (Apg 16,7, 1Kor 6,11). Wie wir gesehen haben, besitzt der Geist Eigenschaften, die ihn als wirkliche Person beweisen. Es gibt auch Eigenschaften des Geistes, die Gott alleine vorbehalten sind, weshalb sie seine Göttlichkeit bezeugen; z.B. Allwissenheit (Jes 40,13; 1Kor 2,12), Allgegenwart (Ps 139,7), etc. Es gibt auch Handlungen, die nur Gott alleine tun kann: Er war es, der die Jungfrauengeburt vollbrachte (Lk 1,35), die Schrift inspirierte (2Petr 1,21), an der Erschaffung der Welt beteiligt war (1Mo 1,2).

Interessant, dass die Beziehungen des Heiligen Geistes zu den anderen Personen der Gottheit seine Göttlichkeit belegen.
1. Der Geist ist Jahwe. Die neutestamentlichen Autoren betrachten den Geist eindeutig als göttlich, denn alttestamentliche Zitate, in denen Gott spricht, werden im Neuen Testament dem Geist zugeschrieben (vgl. Apg 28,25 mit Jes 6,1-13 und Hebr 10,15-17 mit Jer 31,31-34).
2. Der Geist und Gott. Lästerung des Geistes und Belügen des Geistes sind identisch mit Gotteslästerung und Gottesbetrug (Mt 12,31-32; Apg 5,3-4).
3.  Gleichheit. Der Geist wird auf gleiche Ebene gestellt wie der Vater und der Sohn (Mt 28,19; 2Kor 13,13). In der Matthäusstelle wird dieser Beweis noch verstärkt, indem der Singular „Name“ verwendet wird. Der Geist ist eine Person, und er ist Gott.

Der Heilige Geist im Alten Testament

Interessant, dass das Alte Testament die Lehre von der Dreieinheit zwar nicht offenbart, dennoch scheint auch dort der Geist als Person auf.

Interessant, dass der Heilige Geist an der Planung des Universums beteiligt war (Jes 40,12-14), er hatte teil an der Erschaffung der Sterne (Ps 33,6), wirkte an der Erschaffung der Erde und Tiere mit (1Mo 1,2; Ps 104,30) und war an der Erschaffung des Menschen beteiligt (Hi 27,3; 33,4). Er hatte somit an allen wichtigen Schöpfungsphasen Anteil.

Interessant, dass der Heilige Geist den Menschen in alttestamentlicher Zeit die Botschaft Gottes offenbarte und mitteilte (2Petr 1,21). Außerdem schreibt das Neue Testament dem Geist mehrere alttestamentliche Zitate zu (u.a. Mt 22,43; Apg 1,16; 4,25; 7,51; 28,25). Diese neutestamentlichen Stellen beweisen, dass es der Geist war, der im Alten Testament die Wahrheit Gottes mitteilte.

Interessant, dass das Wirken des Heiligen Geistes an Menschen im Alten Testament anders geartet war als seit Pfingsten. Der Geist wirkte also bereits damals, nach Pfingsten aber würde sein Wirken eine völlig neue Gestalt annehmen. Mit drei Begriffen lässt sich das Wirken des Geistes an alttestamentlichen Gestalten erklären.

Er war „in“ bestimmten Menschen. Z.B. erkannte der Pharao, dass der Geist in Joseph war (1Mo 41,38). Der Geist „kam“ über einzelne Personen: Dazu gehören hauptsächlich die Richter, Samuel, Saul und die Propheten Bileam und Asarja (4Mo 24,2; Ri 3,10; 6,34; 11,29; 13,25; 1Sam 10,10; 16,13; 2Chr 15,1). Der Geist „erfüllte“ Bezalel (2Mo 31,3; 35,31). Hier dürfte es sich um eine spezielle Befähigung handeln, die Handwerker bei der Arbeit an der Stiftshütte anzuleiten.

Herausgearbeitet von Andreas Kanke
Quelle: Charles C. Ryrie; Die Bibel verstehen