Interessant – Bibel und Wissenschaft

Interessant – Bibel und Wissenschaft

1„Und am achten Tag soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden.“ (3Mo 12,3; 1605 v. Chr.)„Und acht Tage alt soll alles Männliche bei euch beschnitten werden nach euren Geschlechtern,…“ (1Mo 17,12; 2012 v. Chr.)

Im Gesetz Moses war vorgeschrieben, dass alle männlichen Kinder als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum Volk Israel am 8. Tag nach der Geburt beschnitten werden sollten. INteressant, warum werden sie ausgerechnet am 8. Tag und nicht davor oder sogar Jahre danach beschnitten?

Vom 1. bis 5. Tag nach der Geburt besitzt der Mensch noch sehr wenig Prothrombin im Blut. Prothrombin ist ein Gerinnungseiweiß. Bei Verletzungen wird das Blut dadurch dickflüssig und so kann die Wunde geschlossen werden. Eine Beschneidung vor dem 8. Tag wäre sehr gefährlich. Das Kleinkind könnte dabei verbluten. Am 3. Tag z. B. hat der Mensch erst 30 % des normalen Prothrombin-Gehalts im Blut. Jeden weiteren Tag wird der Prozentsatz erhöht. Am 8. Tag hat der Mensch 110 % Prothrombin; am 9. Tag geht sein Gehalt wieder herunter auf 100 %. Und so bleibt es für die weitere Zeit. Der 8. Tag ist somit der ideale Tag für die Beschneidung.

Das konnte man in der modernen Wissenschaft aber erst im 20. Jahrhundert nachvollziehen. Der chirurgische Eingriff der Beschneidung beim Säugling am 8. Tag hinterlässt keine bewusste Erinnerung. Diese Erkenntnis macht verständlich, warum die Beschneidung nicht erst Jahre nach der Geburt vollzogen werden sollte.

2„Und wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume zur Speise pflanzt, so sollt ihr ihre erste Frucht als Unreinheit achten; drei Jahre sollen sie euch als unrein gelten, es soll nichts von ihnen gegessen werden…“ (3Mo 19,23; 1605 v. Chr.)

INteressant, dass Mose anordnete die Früchte von neu gepflanzten Bäumen im Land Israel während der ersten drei Jahre nicht zu essen.

Der Sinn dieses Gebots wird durch die moderne Ökologie klar: Die Biomasse der Früchte, die nicht gegessen wurden, fiel auf den Boden und wurde während der ersten drei Wachstumsjahre der Bäume dem Ökosystem wieder zugeführt.

Dies führte zu vermehrter Humusbildung und erhöhter Kapazität der Wasserspeicherung im Boden. Das alles hatte zur Folge, dass die Fruchtbäume schließlich größer und stabiler wurden und so in den weiteren Jahren höhere Ernteerträge lieferten.

3„Redet zu den Kindern Israel und sprecht: Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft von allen Tieren, die auf der Erde sind. Alles, was gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe hat, und wiederkäut unter den Tieren, das dürft ihr essen. Nur diese sollt ihr nicht essen von den wiederkäuenden und von denen, die gespaltene Hufe haben: das Kamel, … und den Klippendachs, … und den Hasen, … und das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe, aber es käut nicht wieder: Unrein soll es euch sein.“ (3Mo 11,2-7; 1605 v. Chr.)

In 3. Mose 11 wird detailliert erklärt, welche Tiere die Israeliten essen durften und welche nicht. Die Tiere, die gegessen werden durften, wurden als „rein“ bezeichnet, die anderen als „unrein“.

Von den Säugetieren waren nur Wiederkäuer, die gleichzeitig Paarhufer (Tiere mit gespaltenen Hufen) sind, als Nahrung erlaubt (d. h. also z. B. Kühe, Schafe, Ziegen, Rehe, Hirsche usw.). Diese Tiere weisen in ihren Mägen eine reiche Bakterienflora zur Aufspaltung und Verwertung der härtesten Gräser auf. Sie leben von Futter, das für die Menschen unbrauchbar ist. Dies ist sehr wichtig bei beschränkten Ressourcen! Im Gegensatz dazu fressen z. B. Schweine auch all das, was Menschen mögen.

INteressant, denn in der modernen Wissenschaft hat man festgestellt, dass wiederkäuende Spalthufer grundsätzlich weniger für Krankheitserreger anfällig sind als viele andere Säugetiere, wie z. B. Schweine. Die Vermeidung von gefährdetem Fleisch hat in heißen Gebieten wie im Nahen Osten besondere Bedeutung. Die Anweisungen in der Bibel erweisen sich als geradezu ideal für eine gesunde Fleischernährung in Israel.

4„Dieses dürft ihr essen von allem, was in den Wassern ist: Alles, was Flossen und Schuppen hat in den Wassern, in den Meeren und in den Flüssen, das dürft ihr essen; aber alles, was keine Flossen und Schuppen hat in den Meeren und in den Flüssen, von allem Gewimmel der Wasser und von jedem lebenden Wesen, das in den Wassern ist, sie sollen euch ein Gräuel sein; ja, ein Gräuel sollen sie euch sein: Von ihrem Fleisch sollt ihr nicht essen, und ihr Aas sollt ihr verabscheuen.“ (3Mo 11,9-11; 1605 v. Chr.)

In 3. Mose 11 wird erklärt, welche Wassertiere zum Essen rein (koscher) waren: alle Fische mit Schuppen und Flossen. Alle anderen Tiere wie z. B. Frösche und andere Amphibien durften nicht als Nahrungsmittel verwendet werden.

Die Tiere, die nicht gegessen werden durften, waren somit geschützt. INteressant, denn diese Anweisungen waren unter anderem ein idealer Schutz gegen Malaria. Frösche und andere Amphibien fressen die Mücken, welche Malaria übertragen.

Ein Beispiel aus der heutigen Zeit illustriert die Bedeutung dieser Anweisung: Bangladesch exportierte ab ca. 1975 in großen Mengen Froschschenkel nach Frankreich. Dies führte in Bangladesch zu einer dramatischen Malariaplage. Gebiete, die früher keine Malaria kannten, sind dadurch verseucht worden.

5„Und diese sollt ihr verabscheuen von den Flugtieren; sie sollen nicht gegessen werden, ein Gräuel sind sie: den Königsadler und den Lämmergeier und den Seeadler, und den Milan und den Falken nach seiner Art, alle Raben nach ihrer Art, und die Straußhenne und den Straußhahn und die Seemöwe und den Habicht nach seiner Art, und den Steinkauz und den Kormoran und den Uhu, und die Nachteule und den Pelikan und den Aasgeier, und den Storch und den Fischreiher nach seiner Art, und den Wiedehopf und die Fledermaus.“ (3Mo 11,13-19; 1605 v. Chr.)

3Mose 11,13-19 erläutert, welche Flugtiere (Vögel und Fledermäuse) vom Volk Israel nicht gegessen werden durften. Wenn man die Nahrungsauswahl der geschützten Tiere mit derjenigen der für die Speise freigegebenen vergleicht, fällt auf, dass dahinter ein ökologisches Konzept zu finden ist.

INteressant, dass die geschützten Vögel, die Aas fressen, „Gesundheitspolizisten“ sind. Ökologisch gesprochen, führen diese Tiere Nährstoffe von verdorbenem Fleisch zurück in den ökologischen Kreislauf. Die Ratten- und Mäusefresser wirken als Schutz vor Pest (Mäuse und Ratten verbreiten Pestbakterien). Die Heuschreckenfresser waren von Nutzen im Kampf gegen Heuschreckenplagen, die von Ostafrika ausgehend Israel immer wieder gefährdeten.

Geschützt (nicht zur Speise freigegeben)

  • Raubvögel: Vögel, Säugetiere, Mäuse, Ratten
  • Geier: Aas
  • Störche: Fische, Frösche, Mäuse, Insekten
  • Reiher, Kormorane: Fische, Frösche, Mäuse
  • Strauße: Pflanzen, Insekten (inkl. Heuschrecken)
  • Möwen: Fische, Mäuse
  • Eulen, Uhus: Vögel, Säugetiere, Ratten, Mäuse
  • Raben, Krähen: Allesfresser, Aas
  • Wiedehopfe: Insekten, Heuschrecken
  • Fledermäuse: große Insekten

Freigegeben zur Speise

  • Gänse: Blätter, Samen
  • Enten: Blätter, Samen, Fische
  • Tauben: Blätter, Samen
  • Fasane: Blätter, Samen
  • Rebhühner: Blätter, Samen
  • Singvögel: Blätter, Samen, kleine Insekten
  • Eisvögel: Fische, Insekten
  • Sandflughühner: Blätter, Samen

6„Diese sollen euch unrein sein unter allem Kleingetier. Jeder, der sie anrührt, wenn sie tot sind, wird unrein sein bis an den Abend. Und alles, worauf eines von ihnen fällt, wenn sie tot sind, wird unrein sein: Jedes Holzgerät oder Kleid oder Fell oder Sack, jedes Gerät, womit eine Arbeit verrichtet wird, es soll ins Wasser getan werden und wird unrein sein bis an den Abend. Dann wird es rein sein.“ (3Mo 11,31-32;  1605 v. Chr.)

„Hygiene“ wird durch die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie wie folgt definiert: „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“.

INteressant, dass die Bibel schon Jahrtausende vor der Entdeckung moderner Hygienemaßnahmen durch die Wissenschaft solche Verhaltensanweisungen lehrte. Das Gesetz Moses lehrte, dass der Kontakt von toten Tieren mit Gebrauchsgegenständen und Kleidern zu Verunreinigung führt, die allerdings durch das Waschen mit Wasser wieder beseitigt werden konnte.

Im Licht der modernen Hygiene und Mikrobiologie können wir Jahrtausende später diese Anweisungen gut verstehen und nachvollziehen: Der tote Körper, z. B. einer Maus oder einer Ratte, enthält giftige und sehr schädliche Bakterien. Durch Kontakt damit können verunreinigte Gegenstände jedoch durch das Waschen mit Wasser von diesen Bakterien gereinigt werden, sodass man sie danach ohne Probleme wieder in Gebrauch nehmen kann.

7„Und jedes Tongefäß, in welches eines von ihnen hineinfällt: Alles, was darin ist, wird unrein sein, und es selbst sollt ihr zerbrechen. Alle Speise, die gegessen wird, auf welche solches Wasser kommt, wird unrein sein; und alles Getränk, das getrunken wird, wird unrein sein in jedem solchen Gefäß.“ (3Mo 11,33-34; 1605 v. Chr.)

Gemäß den Hygienevorschriften von 3. Mose 11 musste ein Tongefäß zerstört werden, wenn ein totes Tier in das darin enthaltene Wasser hineingefallen war. Solches Wasser durfte nicht mehr getrunken werden. Speise, die mit solchem Wasser in Berührung gekommen war, durfte nicht mehr gegessen werden.

INteressant, dass was früher unverständlich schien, im Licht moderner Mikrobiologie völlig klar ist: Körperflüssigkeiten, z. B. einer toten Maus, können sich tief in den Poren eines Tongefäßes festsetzen. Auch wenn ein solches Tongefäß im Wasser gescheuert wurde, blieben diese Bakterien darin haften.

Ein in dieser Weise verunreinigtes Tongefäß wurde daher unbrauchbar und musste durch Zerstörung aus dem Verkehr gezogen werden. Im Gegensatz dazu wurde jedoch in 3. Mose 6,21 gelehrt, dass ein Metallgefäß, das unrein geworden war, nach Scheuern und Spülen im Wasser wiederverwendet werden konnte. Im Metall können sich Bakterien nämlich nicht so einnisten wie in den Poren eines Tongefäßes.

Flüssigkeiten wurden durch die genannten Bakterien ganz verunreinigt. Zudem wurden durch sie die Infekte auslösenden Bakterien verbreitet. Deshalb durfte man diese Flüssigkeiten nicht mehr trinken.

8„Und du sollst einen Platz außerhalb des Lagers haben, damit du dahin hinausgehest. Und du sollst eine Schaufel unter deinem Gerät haben. Und es soll geschehen, wenn du dich draußen hinsetzest, so sollst du damit graben, und sollst dich umwenden und deine Ausleerung bedecken.“ (5Mo 23,13-14; 1566 v. Chr.)

In 5. Mose 23 wurde Israel angewiesen, wie mit Fäkalien umgegangen werden sollte. Die Notdurft musste während der Wüstenwanderung außerhalb des Zeltlagers verrichtet werden. Die Exkremente mussten mithilfe einer Schaufel verscharrt werden.

INteressant, dass durch diese Anweisungen Israel vor schlimmen Seuchen wie z. B. Typhus, Cholera und Ruhr bewahrt wurde. Selbst in Europa war dieses Wissen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nicht allgemein verbreitet. Noch bis ins 19. Jahrhundert sind in Militärlagern üblicherweise mehr Soldaten gestorben als auf dem Schlachtfeld, weil man nicht wusste, wie man korrekt mit dem Problem der Fäkalien umgehen sollte.

Durch das in den biblischen Anweisungen enthaltene Wissen hätte in der Vergangenheit eine Vielzahl von Menschen vor einem frühzeitigen Ableben bewahrt werden können.

9„Wer einen Toten anrührt, irgendeine Leiche eines Menschen, der wird sieben Tage unrein sein. … Und jeder, der auf freiem Felde einen mit dem Schwert Erschlagenen oder einen Gestorbenen oder das Gebein eines Menschen oder ein Grab anrührt, wird sieben Tage unrein sein. … und er soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, und am Abend wird er rein sein.“ (4Mo 19,11.16.19; 1566 v. Chr.)

Das Gesetz Moses lehrte, dass der direkte Kontakt mit einer menschlichen Leiche verunreinige. Durch Waschen im Wasser der Ritualbäder konnte man sich davon reinigen. Das Gesetz schrieb ein kompliziertes Reinigungsritual vor, das neben seiner tiefen symbolischen Belehrung die Israeliten dazu antrieb, den Kontakt mit Toten auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde die hinter diesem Gebot liegende Erkenntnis in der Wissenschaft sträflich ignoriert. Zeitweise starben bis zu 66 % der Wöchnerinnen dahin. Erst der jüdische Arzt Dr. med. Ignaz Semmelweis (1818-1865) forderte von seinen Studenten das gründliche Händewaschen, bevor sie im Gebärsaal des Krankenhauses bei Entbindungen mithalfen. INteressant, dass es ihm dadurch gelang, die Zahl der Todesfälle durch Kindsbettfieber auf seiner Abteilung drastisch zu senken.

Semmelweis erntete von vielen wissenschaftlichen Kollegen bittere Schmähungen, die dazu führten, dass er schließlich in einer Nervenklinik endete. Die anderen sahen kein Problem darin, dass man zuvor zu Forschungszwecken Leichen sezierte und danach mit ungewaschenen Händen bei Geburten assistierte. Erst später gelang es Dr. med. Joseph Lister (1827-1912), hygienische Maßnahmen allgemein in die Medizin einzuführen.

10„Und jeder, den der an Ausfluss Leidende anrührt, und er hat seine Hände nicht im Wasser abgespült, der soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, und er wird unrein sein bis an den Abend.“ (3Mo 15,11; 1605 v. Chr.)

In 3. Mose 15 und 17 wurde Israel belehrt, sich regelmäßig durch das Waschen in Ritualbädern von diversen Unsauberkeiten zu reinigen. In der Reinigung waren auch Kleider und Gebrauchsgegenstände mit eingeschlossen.

Eine solche Hygiene war in Europa bis in die moderne Zeit nicht allgemein praktiziert worden, was zu vielen unnötigen Krankheiten führte. Als z.B. 1347-1353 in Europa der „Schwarze Tod“ (die Pest) wütete, wurden etwa 25 Millionen Menschen hinweggerafft. INteressant, dass es aber unter den Juden am wenigsten Epidemieopfer gab, weil niemand eine solche Körperhygiene pflegte wie sie. Als man sah, dass die Juden viel weniger betroffen waren, wurden sie angeklagt, die Verursacher der Pest gewesen zu sein, indem sie die Brunnen vergiftet hätten. Als Folge wurde etwa 1 Million Juden in Europa ermordet.

 

Herausgearbeitet von Andreas Kanke
Textquelle: Roger Liebi; „Bibel und Wissenschaft – Die Forschung hat Verspätung“